Heute bringen wir für euch ein exklusives Interview mit unserem „Promi-Freiwilligen“, Hochschulpräsident Professor Doktor Detlev Reymann!
Was hat Sie dazu bewegt, sich beim Freiwilligentag anzumelden?
Weil ich zum Einen grundsätzlich solches ehrenamtliche Engagement für sinnvoll halte und zum Zweiten natürlich auch gegenüber der Hochschule
durch das eigene Beispiel signalisieren möchte, dass ich mir die Teilnahme möglichst vieler Angehöriger und Mitglieder der Hochschule wünsche.
Ganz ehrlich – wir vom Projektteam haben gedacht, als Gartenbauwissenschaftler engagieren Sie sich in einem unserer zahlreichen Gartenprojekte. Nun haben Sie das Projekt „Hochhausfest“ als Ihr Tagesprojekt gewählt, warum?
Weil ich die Hoffnung habe, dass eines der Projekte gewissermaßen zum Projekt der Hochschule wird. Ich habe ja per Rundmail an der Hochschule dazu aufgerufen, sich vor allem für dieses Projekt zu melden.
Zudem finde ich das Projekt von der Aufgabe her einfach spannend. Und Gärtnern kann ich dann in meiner Freizeit genug …
Sie leben das Vorbild für die ganze Hochschule. Was sind Ihre Vorbilder?
Das ist schwer zu beantworten. EIN personifiziertes Vorbild in diesem Sinne habe ich eigentlich nicht. Was mich schon von klein auf beeindruckt und geprägt hat, waren Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen. Und auch bereit waren, persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen, weil sie von der Sache überzeugt waren.
Beispiele dafür waren Begegnungen mit Menschen, die die Nazis ins KZ geschickt hatten und die dann trotz des eigenen persönlichen Leides sich dafür eingesetzt haben, dass sich junge Menschen begegnen können.
Ich denke da z.B. konkret an ehemalige KZ-Insassen, die in die Schulen gegangen sind, um sich für Toleranz einzusetzen, an einen Bürgermeister eines kleinen Dorfes in Südfrankreich, der als Kriegsgefangener der Deutschen nicht gut behandelt wurde und trotzdem bis an sein Lebensende in seinem Dorf ein Feriencamp für deutsche Jugendliche organisiert hat.
Solche Menschen waren und sind für mich Vorbilder.
Aber das Engagement muss nicht immer diese Dimension haben, ich wünsche mir einfach, dass man sich um die Anderen kümmert und nicht nur für sich lebt.
Wie haben Sie sich in Ihrer Jugend engagiert?
Ich gehöre wohl zu dem Typ Mensch, an dem immer wieder Ämter und Funktionen hängen bleiben. Von der Schule angefangen über gewerkschaftliches Engagement in der Lehrzeit bis zur Mitarbeit in der studentischen Selbstverwaltung.
Was denken Sie zum Ehrenamt der „Jugend von heute“?
Ich ärgere mich immer über den häufig geäußerten Vorwurf, dass die Jugend von heute angeblich weniger engagiert sei. Das „Problem“ liegt wohl eher darin, dass sich die Form des Engagements geändert hat. Es werden weniger organisierte Formen gewählt, das Engagement ist eher punktuell und anlassbezogen. Aber es ist nach meiner Wahrnehmung nicht weniger.
… und zum guten Schluss: Worauf freuen Sie sich am meisten am
Freiwilligentag 2010?
Am Abend des Tages zufrieden auf das am Tag geleistete zurückzuschauen und möglichst viele andere zufriedene Gesichter um uns herum zu sehen.
Falls ihr nun Lust habt, euch ganz nach Herrn Reymanns Vorbild beim Freiwilligentag zu engagieren – nur zu: unter www.freiwilligentag-wiesbaden.de könnt ihr euch noch bis Mittwoch anmelden!